217 Sprüche — Seite 5
Die Strasse komme dir entgegen, der Wind stärke dir den Rücken, die Sonne scheine warm in dein Gesicht, der Regen falle sanft auf deine Felder. Bis wir uns wieder sehen, berge dich Gott in der Ti …
Wenn ein Mensch stirbt, dann ist das so, wie wenn ein Schiff hinter dem Horizont verschwindet. Es ist da, nur wir sehen es nicht mehr.
Wir sind so lang gegangen, durch Glück und auch durch Leid. Was wir auch angefangen, wir waren stets zu zweit. Nun bist du fort gegangen, zurück bleib' ich allein, jedoch in meinem Herzen wirst Du …
Über das Kommen mancher Leute tröstet uns oft nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Abschied tut weh. Doch jeder Abschied trägt wunderbare, neue Lebensmöglichkeiten in sich.
— Rainer Haak
Mir tut es allemal weh, wenn ein Mann von Talent stirbt; denn die Welt hat dergleichen nötiger als der Himmel.
— Georg Christoph Lichtenberg
Wer einen ebenbürtigen Gegner überlebt, wird entdecken, dass ihm etwas fehlt.
— Otto von Bismarck
Am meisten wird ein kleines Kind geliebt, bis es heranwächst, ein krankes Kind, bis es gesund ist, und ein abwesendes Kind, bis es heimkommt.
Ein guter, edler Mensch, der mit uns gelebt, kann uns nicht genommen werden, er lässt eine leuchtende Spur zurück gleich jenen erloschenen Sternen, deren Bild noch nach Jahrhunderten die Erdbewohn …
— Thomas Carlyle
Könnten wir noch einmal in Deine Augen sehen, so würden all unser Leid und Weh schwinden. Könnten wir Deinen Mund noch einmal küssen, so würden wir ganz und gar gesund. Könnten wir Dich noch einma …
Jedesmal, wenn ein guter Mensch stirbt, ist es, als brenne eine Bibliothek ab.
Man sieht sich und lernt sich kennen, man kennt sich und muss sich trennen, man trennt sich, doch nicht für immer, man scheidet, doch vergißt sich nimmer.
Alles hat seine Zeit: geboren werden und sterben, sich umarmen und sich aus der Umarmung lösen, reden und schweigen.
Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt.
— Victor-Marie Hugo
Nun legen wir alles still in Gottes ewige Hände, das Leid, den Schmerz, den Anfang und das Ende
Verlass alles, dann findest du alles; gib Abschied der Begierde, dann kommt dir die Ruhe entgegen.
— Thomas à Kempis
Wer alle Brücken abbricht, muss schwimmen können.
— François de la Rochefoucauld
Wir sind froh, dass wir ihn hatten. Wir sind traurig, dass er uns genommen wurde. Wir sind dankbar, dass wir bei seinem Abschied nicht einsam sein mussten.
Jeder Augenblick im Leben ist ein Schritt zum Tode hin.
— Pierre Corneille
Freunde sind die meist geschätzten Menschen, die wir ins Herz schließen, wo immer uns das Leben hinführt.
— Julian Scharnau
Abschied gehört zu den ambivalentesten Momenten des Lebens: Er beendet etwas, macht aber gleichzeitig Raum frei für das, was noch kommt. Ob es der Aufbruch eines engen Freundes ist, das Ende einer Lebensphase oder ein stiller Abschied im Alltag — stets mischt sich im Loslassen Wehmut und leises Vorwärtssehen.
Gerade darin liegt seine besondere Kraft: Abschied trägt beides in sich — den Schmerz des Verlustes und die stille Hoffnung auf Wiederbegegnung. Was sich nur schwer in Worte fassen lässt, gewinnt im Nachdenken über dieses Thema oft erst seine eigentliche Gestalt.