291 Sprüche — Seite 7
Wer dankbar ist, sieht dieselbe Welt oft mit anderen Augen. Dankbarkeit verwandelt Selbstverständliches in etwas Kostbares und macht sichtbar, wie viel des Lebens Geschenk, Begegnung und unverdiente Gabe bleibt. Deshalb gehört dieses Thema zu den heilsamsten Formen innerer Sammlung.
Aus ihr wächst keine blinde Zufriedenheit, sondern ein wacher Blick für Wert und Verbundenheit. Dankbarkeit mildert Mangeldenken, vertieft Freude und verleiht selbst kleinen Erfahrungen jenes Gewicht, das im schnellen Alltag leicht verloren geht.
Das ist die undankbare Stellung des Vaters in der Familie. Aller Versorger, aller Feind.
— August Strindberg
Die wahre Ernte meines täglichen Lebens ist etwas so Unfassliches wie das Morgen- und Abendrot.
— Henry David Thoreau
Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.
— Berthold Auerbach
Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Begegnet uns jemand, der uns Dank schuldig ist, gleich fällt es uns ein. Wie oft können wir jemand begegnen, dem wir Dank schuldig sind, ohne daran zu denken
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Dankbarkeit ist kein Unkraut, das auf jedem Boden gedeiht; sie ist eine zarte, feine Pflanze, die in der harten, verdorrten Erde sowenig als im nassen, verschwemmten Boden gut fortkommt.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Wenn es am besten schmeckt, soll man aufhören
Ein deutliches Zeichen eines im Grunde unedlen Menschen ist die Undankbarkeit. Sie stellt ihn unter die edleren Tiere, die alle dankbar sind.
— Carl Hilty
Fröhlichkeit und Mäßigkeit sind die zwei besten Ärzte
Wenn du im Herzen Frieden hast, wird die Hütte zum Palast.
Es kommt selten etwas Besseres nach.
Wir sollten Adam nur dankbar sein dafür, dass er uns den Segen des Müßiggangs genommen und uns dafür den Fluch der Arbeit gewonnen hat.
— Mark Twain
Besser ohne Abendbrot zu Bette geh'n, als mit Schulden aufzusteh'n.
Es gibt so viele Dinge, die man nicht mit Geld bezahlt, wohl aber mit einem Lächeln, einer Aufmerksamkeit, einem "Danke"
In jüngern Tagen war ich des Morgens froh, des Abends weint ich; jetzt, da ich älter bin, beginn ich zweifelnd meinen Tag, doch heilig und heiter ist mir sein Ende
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Jeden Morgen sich ins Sterben hineindenken, das lehrt uns, den neuen Tag richtig schätzen - nicht zu gering, weil er ein köstliches Geschenk ist; nicht zu hoch, weil er heute noch vergeht.
— Peter Rosegger
Man darf wohl eine Bitte abweisen, aber nimmermehr darf man einen Dank abweisen oder, was dasselbe ist, ihn kalt und konventionell annehmen
— Friedrich Nietzsche
Jeder glückliche Augenblick ist eine Gnade und muss zum Danke stimmen.
— Theodor Fontane
Besser karg als arg
Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.
— Theodor Fontane