734 Sprüche — Seite 35
Weit mehr als bloße Umgebung ist die Welt der Raum, in dem Sehnsucht, Erfahrung und Erkenntnis aufeinander treffen. Sie erscheint groß und verwirrend, schön und unerbittlich zugleich und fordert den Menschen immer wieder heraus, seinen Platz in ihr zu verstehen. Darum wird sie in Sprüchen oft zugleich betrachtet und befragt.
Was dabei entsteht, ist keine Beschreibung von außen, sondern eine Auseinandersetzung von innen. Die Welt, über die nachdenkende Menschen schreiben, ist nie nur das, was vor Augen liegt — sie ist das, was ein Mensch in ihr erkennt, erträgt, bestaunt oder nicht versteht, und genau darin liegt der bleibende Wert dieser Gedanken.
Es gibt so viele Leute auf der Welt und so wenig Menschen.
— Alfons Petzold
Das Herrlichste auf der Welt ist, einen neuen Tag werden zu sehen!
— Maxim Gorki
Eine Welt, wo so viel gelacht wird, kann so schlecht nicht sein.
— Friedrich Vischer
Nur jene Lügen, die glaubwürdig genug sind, die ganze Welt zum Guten umzukrempeln, lohnen einen moralischen Fehltritt.
— Christa Schyboll
Die Welt, auf der wir leben, ist nicht vollkommen und der Mensch ist nicht vollkommen. Aus diesen beiden Minusfaktoren entsteht die Problematik des Menschen.
— Nikolaus B. Enkelmann
Mag uns die sichtbare Welt zuweilen anmuten wie aus Liebe gebildet; der Stoff des Unsichtbaren ist die Angst.
— Herman Melville
Es genügt nicht, die Welt immer wieder nach dem Grundsatz "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ins Gleichgewicht bringen zu wollen.
— Conrad Ferdinand Meyer
Wenn der Geist sich einmal seiner selbst bewusst geworden, bildet er von sich aus seine Welt weiter.
— Jacob Christoph Burckhardt
Unendliches verdankt die Welt den Müttern.
— Johan Peter Uz
Die Früchte der Verblendung sind die Scham, sind die Reue und das hell geword'ne Wissen, dass kurzer Traum ist, was der Welt gefällt.
— Francesco Petrarca
Alle Lust der Welt ist ein kurzer Traum nur!
— Francesco Petrarca
Wer die See beherrscht, beherrscht den Handel dieser Welt; wer den Handel der Welt beherrscht, herrscht über die Reichtümer dieser Welt und damit über sie selbst
— Sir Walter Raleigh
Mitleidig ist die ganze Welt, sobald nicht Eigennutz das Urteil fällt
— Karl Wilhelm Ramler
Es gibt nichts Törichteres im Leben als das Erfinden. Ich bin jetzt fünfunddreißig Jahre alt und habe der Welt noch nicht für fünfunddreißig Pfennige genützt.
— James Watt
Wenn du versuchst, den Menschen die Folgen ihrer Verrücktheit zu verschweigen, kommt dabei letzten Endes eine Welt voller Narren heraus
— Herbert Spencer
Ohne Seele wäre die Welt ein Haufen Kehricht.
— Hermann Stehr
Nie und nirgendwo gab es Ordnung und Freiheit, und niemals hörte die Welt auf, nach beiden zu verlangen
— Alfred de Vigny
Die Friedfertigkeit ist das eindrücklichste Ding der Welt und von allen Worten das beredtste.
— Alexandre Vinet
Was wären in dieser Welt die Starken, ohne Unterstützung der Schwachen?
— Otto Weiss
Zu den gewandtesten Advokaten dieser Welt gehört das Gewissen.
— Otto Weiss