492 Sprüche — Seite 6
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Wollen dich die Pechsträhnen nicht verlassen, dann dreh den Spieß um und verlass selbst die Pechsträhnen.
— Christa Schyboll
Man flieht nicht, weil man Angst hat, sondern man hat Angst, weil man flieht.
— William James
Bricht ein Ring, so bricht die ganze Kette.
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst
— Voltaire
Wer schlecken will, was ihm gefällt, der kommt nicht ohne Schmutz und Schwärze hinaus aus dieser bösen Welt.
— Wilhelm Busch
Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen.
— Victor-Marie Hugo
Ach, so lange Haß und Liebe, Furcht und Gier auf Erden schalten, werden sich der Menschheit Lose ähnlich oder gleich gestalten.
— Friedrich Wilhelm Weber
Es hat keinen Sinn, Sorgen im Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer.
— Robert Musil
Geht der Chef mit einem auffallenden Mangel an Mimik durch die Flure, braucht man keine psychologische Hochbegabung um schnell zu ahnen, dass man sich am besten unsichtbar macht.
— Christa Schyboll
Es gibt keinen Menschen ohne Kummer. Gibt es einen solchen, dann ist er kein Mensch.
Vergiss Kränkungen - aber vergiss Freundlichkeiten nie
Der ärgste Feind ist in uns selber
Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum.
— Mark Aurel
Liebe macht blind, aber nicht taub - daran ist schon manche hoffnungsvolle Beziehung gescheitert
— George Bernard Shaw
Wem Mutter Natur ein Gärtchen gibt und Rosen, dem gibt sie auch Raupen und Blattläuse, damit er's verlernt, sich über Kleinigkeiten zu entrüsten.
— Wilhelm Busch
Sorgen soll man nicht mit ins Bett nehmen.
— Ovid
Wer Dir als Freund nichts nützen kann, kann allemal als Feind Dir schaden.
— Christian Fürchtegott Gellert
Wenn ein Feind dir Böses angetan hat, schenke jedem seiner Kinder eine Trompete
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können.
— Gilbert Keith Chesterton
Nur der Unwissende wird böse. Der Weise versteht.