575 Sprüche — Seite 11
Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.
In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.
Alles was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch, aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.
— Friedrich Engels
Alles was du in deinem Leben erreichst oder nicht erreichst, ist das direkte Resultat, deiner Gedanken.
— James Allen
Der tröstende Gedanke aber bleibt fort und fort, dass Gott auch widrige und schmerzliche Schicksale nur aus Liebe sendet, um unsere Gesinnungen zu läutern.
— Wilhelm von Humboldt
Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten Gedanken.
— Joseph Joubert
Schweigen ist die unerträglichste Erwiderung.
— Gilbert Keith Chesterton
Wovor ich mich am meisten fürchte, ist die Furcht.
— Michel de Montaigne
Zu tausend Dingen bin ich ja nicht gekommen bei meinem sonderbaren Leben und hätte doch zu tausend Dingen Talent gehabt
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Mein Wissen ist gegen das Eure ein Kind, fern sei, dass ich es leugne; nur dass Eure Gedanken fremde sind, die meinen aber eigne.
— Franz Grillparzer
Das Dogma ist nichts anderes als ein ausdrückliches Verbot zu denken
— Ludwig Andreas Feuerbach
Hinter jedem Gedanken lauert eine Leidenschaft, jedes Urteil ist von einer Neigung gefärbt.
— August Strindberg
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.
— Blaise Pascal
Es gäbe keine Geselligkeit, alle Familienbande würden gelockert, wenn die Gedanken der Menschen auf ihrer Stirn zu lesen wären.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die Verständigen erwägen alle ihre Angelegenheiten in ihrem Herzen, aber sie reden nicht viel!
Lieber ............ , du hast ganz Recht, die Menschen sind erbärmlich schlecht. Ein jeder scheint ein Bösewicht, nur du und ich natürlich nicht.
Es bleibt der letzte und allgemeine Maßstab für den Wert eines Menschen, ob er auch der Andacht fähig, ob er seine Gedanken vom Staub des Alltags losmachen und eine Feierstille in sich erzeugen und wü …
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Um mit Nutzen zu lesen, muss man seine Aufmerksamkeit bis zu dem Grade anspannen, dass man die Gedanken wie etwas mit leiblichen Augen Angeschautes vor sich sieht.
— Joseph Joubert
Schöne heilige Gedanken denken, Heiligenleben schildern, das alles wiegt es nicht auf, einer Frage, einer Bitte liebevoll Antwort zu geben.
— Theresia von Lisieux
Keiner kann einen Körper frisch und schön erhalten, wenn er sich von ausgelaugten Gedanken nährt.
— Prentice Mulford
Die Gedanken, die am öftesten gedacht werden, materialisieren sich auch am stärksten im Organismus.
— Prentice Mulford
Der erste Gedanke ist der gute in der Kunst - in anderen Dingen ist es der zweite.
— William Blake