575 Sprüche — Seite 5
Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.
In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.
Diplomatie ist die Kunst, das auszudrücken, was man gar nicht denkt.
Denken und Empfinden sind von Natur aus verschieden.
— Aristoteles
Taktlosigkeit ist der Entschluss, etwas zu sagen, das alle anderen denken.
— Oscar Wilde
Sobald man davon spricht, was im nächsten Jahr geschehen wird, lacht der Teufel.
Nicht Gott ist relativ, und nicht das Sein, sondern unser Denken.
— Albert Einstein
Lesen soll man nur dann, wenn die Quelle der eigenen Gedanken stockt, was auch beim besten Kopfe oft genug der Fall sein wird.
— Arthur Schopenhauer
Ein Kluger hat so viel zu denken, dass er keine Zeit hat zu reden. Ein Dummkopf hat so viel zu reden, dass er keine Zeit hat zu denken.
In Luftschlössern lässt sich leicht Zuflucht suchen. Und leicht zu bauen sind sie auch.
— Henrik Johan Ibsen
Wie die reichste Bibliothek, wenn ungeordnet, nicht soviel Nutzen schafft wie einen kleine, aber wohlgeordnete, ebenso ist die größte Menge von Kenntnissen, wenn nicht eigenes Denken sie verarbeitet h …
— Arthur Schopenhauer
Das ist das schlimmste von allen Übeln, im Vergangenen herumzugrübeln.
— Cäsar Flaischlen
Im Reiche der Wirklichkeit ist man nie so glücklich wie im Reiche der Gedanken.
— Arthur Schopenhauer
Am meisten nützt eine Rede, die sich in kleinen Abschnitten in die Seele einschleicht.
— Seneca
Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein.
— Victor-Marie Hugo
Wir werden nie etwas gut machen, bis wir aufhören, nachzudenken, wie wir es machen werden.
— William Hazlitt
Die Betrunkenen denken nicht ihre eigenen Gedanken.
Zahlen sind Symbole des Vergänglichen.
— Oswald Spengler
Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen.
— Ingmar Bergman
Ich habe so selten einmal Zeit zum Träumen und doch so viele Träume
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Man kann nicht denken, wenn man es eilig hat.
— Platon
Obgleich die Welt ja, sozusagen, wohl manchmal etwas mangelhaft, wird sie doch in den nächsten Tagen vermutlich noch nicht abgeschafft.
— Wilhelm Busch