498 Sprüche — Seite 6
Wenn Gewissheit fehlt und Dunkelheit übermächtig scheint, bleibt oft nur die Hoffnung als leise, aber tragende Kraft. Sie verspricht nicht, dass alles leicht wird, doch sie bewahrt den Menschen davor, innerlich aufzugeben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Quellen von Trost und Widerstandsfähigkeit.
Ihre Stärke liegt gerade darin, dass sie auch ohne Beweis weiterwirkt und Zukunft denkbar hält. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Hoffnung nicht als blinden Optimismus, sondern als innere Haltung, die selbst in schweren Zeiten Richtung, Würde und ein Morgen bewahren kann.
Fahr wohl, du altes Jahr mit Freud und Leiden! Der Himmel schenkt ein neues, wenn er will.
— Annette von Droste-Hülshoff
Hoffnung ist der Deckmantel aller Faulheit, die Ausrede des Müßiggängers. Hoffnung ist der Vorwand, die Hände in den Schoß zu legen und seine Sache von der Vorsehung besorgen zu lassen.
— Gottlieb Moritz Saphir
Es gibt Berge, über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter.
— Ludwig Thoma
Der Glaube ist es, der die wahren Wunder wirkt
— Philippus Theophrastus Paracelsus
Jede bessere Zukunft, welche man der Menschheit anwünscht, ist notwendigerweise auch in manchem Betracht eine schlechtere Zukunft.
— Friedrich Nietzsche
Begegne dem, was auf dich zukommt, nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung
— Franz von Sales
Jede Hoffnung kann der Frühling eines Anfangs sein.
— Else Pannek
Man soll immer das Beste hoffen, aber auf das Schlimmste gefasst sein.
Die meisten Menschen machen sich selbst bloß durch übertriebene Forderungen an das Schicksal unzufrieden.
— Wilhelm von Humboldt
Hoffnung ist eine Art von Glück. Vielleicht das größte Glück, das diese Welt bereit hat.
— Samuel Johnson
Gesundheit erflehen die Menschen von den Göttern. Dass es aber in ihrer Hand liegt, diese zu erhalten, daran denken sie nicht
— Demokrit
Seelenruhe bekommt man, wenn man aufhört zu hoffen.
Im Glück erheb dich nicht, im Unglück verzage nicht, denn Gott ist ein Mann, der Glück und Unglück wenden kann.
Hoffnung ist ein Geschenk. Sie kommt wie der junge Morgen nach einer langen Nacht. Sie kommt dann, wenn du die Augen wieder aufschlägst und erstaunt feststellst: Es geht ja weiter!
— Rainer Haak
Ich nenne es Unglaube, wenn man an einer Bittprozession um Regen teilnimmt, ohne den Regenschirm mitzunehmen.
— Anton Tschechow
Pantha rei. Alles fließt.
— Heraklit von Ephesos
Zu glauben ist schwer. Nichts zu glauben ist unmöglich.
— Victor-Marie Hugo
Es gibt Leute, die so sehr Feind ihrer selbst sind, dass sie lieber ein Unglück haben, das sie haben kommen sehen: weil sie es vorausgesehen haben, als den Genuss eines Glücks, auf das sie nicht gef …
— Charles Joseph Fürst von Ligne
Du weißt es, die Religionen sind wie die Leuchtwürmer: Um zu leuchten, bedürfen sie der Dunkelheit.
— Arthur Schopenhauer
Dem Bedürftigen zu geben, heißt nicht schenken, sondern säen.