50 Sprüche — Seite 3
Im Mai scheint die Natur ihre heitere Entschiedenheit zurückzugewinnen. Wachstum, Blüte und wechselhaftes Wetter verbinden sich zu einem Monat, der seit jeher mit Fruchtbarkeit, Aufbruch und ländlicher Beobachtung verbunden ist. Darum wirkt das Thema zugleich sinnlich, volkstümlich und voller Erwartung.
Wenn im Mai die Bienen schwärmen, sollte man vor Freude lärmen.
Blühen im November die Bäume neu, hält der Winter bis zum Mai.
Viel Gewitter im Mai singt der Bauer Juchhei.
Ist es klar an Petronell, misst den Flachs ihr mit der Ell'. (31. Mai)
Fliegen die Schwalben bis in die Höh'n, bleibt das Wetter noch recht schön.
Donnert's ins junge Laub hinein, wird das Brot bald billiger sein.
Wer seine Schafe schert vor Bonifaz, dem ist die Wolle lieber als das Schaf. (14. Mai)
Im Mai viel Wind, begehrt des Bauern Gesind'.
Übermässig warmer Mai will, dass der Juni voller Nässe sei.
Wenn der Holunder blüht, sind die Bienen müd'.