824 Sprüche — Seite 22
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit schließen sich dabei nicht aus — Glaube beginnt oft genau dort, wo Kontrolle endet und der Mensch sich dennoch nicht verloren gibt.
Gott ist nicht allmächtig. Er kann keine Mauer bauen, über die er nicht hinwegspringen kann. Er kann keinen Stein machen, den er nicht heben kann.
— Blaise Pascal
Angst kann die Hoffnung aussperren. Der Glaube kann die Tür wieder öffnen.
Dem Tyrannen steht es wohl an, religiöse Ergebung zu predigen, und die, denen er auf Erden kein Plätzchen verstatten will, an den Himmel zu verweisen.
— Johann Gottlieb Fichte
Greise glauben alles. Männer bezweifeln alles. Junge wissen alles
— Oscar Wilde
Wie nutzlos, durch dieses Leben zu wandern, wär's nicht die Brücke zu einem andern
— Friedrich von Bodenstedt
Die Geistlichen sollen bei ihrer Bibel bleiben.
Nicht glücklich ist, wer nicht glücklich zu sein glaubt.
— Publius Syrus
Ist es nicht so, dass die Menschen aus Gewohnheit abergläubisch und aus Instinkt Schurken sind?
— Theodor Fontane
Ohne Gottheit gibt es für den Menschen weder Zweck, noch Hoffnung, nur eine zitternde Zukunft, ein ewiges Bangen vor jeder Dunkelheit.
— Jean Paul
Unsere Heimat aber ist der Himmel!
Weil die Ingenieure glauben ihre Technik sei perfekt, muss halt manchmal ein Mensch versagen.
Das Leid ist die Feuerprobe des Christentums.
— Adolph Kolping
Wir haben Dir Deinen Namen gegeben. Unser ganzes Herz! Unser ganzes Leben! Unser Sonnenschein! Unser Seelenstrahl! Unser Hoffen, Sehnen und Verlangen! Unsere Wünsche, Glauben, Zweifel und Bangen!
Die Arznei macht kranke, die Mathematik traurige und die Theologie sündhafte Leute.
— Martin Luther
Ich bin doch nicht der erste Mensch, der zu sterben hat auf dieser Erde.
— Epiktet
Ohne die jenseitige Welt ist die diesseitige Welt ein trostloses Rätsel.
— August Strindberg
Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
Man sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und kann noch kommen, sondern sagen: "Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vorhat".
— Selma Lagerlöf
Wer Gott aufgibt, der löscht die Sonne aus, um mit einer Laterne weiter zu wandeln
— Christian Morgenstern
Ich sammelte alle meine Gefühle in meinem Gebet.
— Fjodor M. Dostojewski