529 Sprüche — Seite 7
Nichts Lebendiges bleibt auf Dauer unverändert, und doch wird Veränderung oft zugleich ersehnt und gefürchtet. Sie löst Vertrautes auf, eröffnet Neues und zwingt dazu, sich zu fragen, was bewahrt und was überwunden werden sollte. Deshalb gehört dieses Thema zu den bewegendsten Erfahrungen menschlichen Daseins.
Ihre eigentliche Kraft entfaltet sich dort, wo Wandel nicht bloß geschieht, sondern bewusst gestaltet wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Entwicklung und Verlust, Mut und Unsicherheit miteinander verbunden sind und warum jeder Neubeginn auch den Abschied von etwas Altem verlangt.
Eine wirkliche und wahrhafte Zauberin ist die Liebe: sie verwandelt Menschen, und sie erschafft Dinge, die es zuvor nicht gab - und wiederum nicht mehr gibt, wenn sie verschwunden ist.
— Diotima
Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.
— Karl Marx
Man sollte beständig die Wirkung der Zeit und die Wandelbarkeit der Dinge vor Augen haben und daher bei allem, was jetzt stattfindet, sofort das Gegenteil imaginieren.
— Arthur Schopenhauer
Leben ist Wandlung: man ist in jedem neuen Augenblicke etwas anderes, als man es bis jetzt war, ist also niemals endgültig man selbst.
— José Ortega y Gasset
Die Menschen beginnen mit der Liebe, enden mit dem Ehrgeiz und befinden sich in einer ruhigeren Verfassung des Gemüts oft erst, wenn sie sterben.
— Jean de la Bruyère
Glaube nicht, es muss so sein, weil es so ist und immer so war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte steriler Gehirne. Schaffe Möglichkeiten.
— Hedwig Dohm
Das Merkwürdige an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, dssß man unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird
— Ernest Miller Hemingway
Des Menschen Herz ist wie Quecksilber, jetzt da, bald anderswo, heute so, morgen anders gesinnt.
— Martin Luther
Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen
— Karl Marx
So viele Jahre auch vergehen mögen, die Natur des Menschen ändert sich nicht.
— Thukydides
Wer nichts tut, kann nichts verändern.
— Wilhelm Hasenclever
Wir bringen es zwar nicht fertig, die Welt nach unseren Wünschen zu ändern, doch mit der Zeit ändern sich unsere Wünsche.
— Marcel Proust
Die Liebe macht Blinde sehend, aber Lahme nicht gehend
Loslassen, was nicht froh sein lässt. Um Illusionen ärmer, an Gelassenheit reicher werden.
— Else Pannek
Die Elster lässt ihr Hüpfen nicht.
Wir wollen die Welt ein wenig besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben
— Robert Louis Stevenson
Zwei Dinge sollte ein Mensch nie beklagen: das, was er ändern kann, und das, was er nicht ändern kann.
— Thomas Fuller
Es hilft nichts, das Unvollkommene heutiger Wirklichkeit zu höhnen oder das Absolute als Tagesprogramm zu predigen. Lasst uns stattdessen durch Kritik und Mitarbeit die Verhältnisse Schritt für Schrit …
— Gustav Walter Heinemann
Ein einz'ger Augenblick kann alles umgestalten.
— Karl Maria von Weber
Der Mensch ist heute nur aktiver geworden, aber nicht glücklicher, als er vor sechstausend Jahren gewesen ist
— Edgar Allan Poe