770 Sprüche — Seite 19
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Wenn man auch allen Sonnenschein wegstreicht, so gibt es doch noch den Mond und die funkelnden Sterne und die Lampe am Winterabend. Es ist so viel schönes Licht in der Welt.
— Wilhelm Raabe
Willst Du das Glück kennen lernen, werde so still, dass Du das sich Öffnen der Blüte hörst.
Ein Strahl Sonne kann mehr wecken, als tausend Nächte zu ersticken vermögen.
— Carl Ludwig Schleich
In einem Garten ging das Paradies verloren - in einem Garten wird es wieder gefunden
Sieh nach dem Wetter, wenn du hinausgehst; sie dir die Gesichter der Menschen an, wenn du eintrittst.
Die Würde, die in der Bewegung eines Eisberges liegt, beruht darauf, dass nur ein Achtel von ihm über dem Wasser ist.
— Ernest Miller Hemingway
Komm doch in den Garten, ich möchte gerne, dass meine Rosen Dich sehen…
— Richard Brinsley Sheridan
Der Adler fängt keine Mücken
Wenn man lange genug wartet, wird das schönste Wetter
Die Natur beginnt immer von neuem mit den gleichen Dingen: den Jahren, den Tagen, den Stunden.
— Blaise Pascal
Der Bauer wünscht sich Regen, der Wanderer Sonnenschein.
Nur Dummköpfe und Spinnen produzieren aus sich selber heraus.
— Clemens Brentano
Krieg ist ein Winterschlaf der Kultur.
— Friedrich Nietzsche
Es ist ein schöner Tag. Überall sehe ich die grüne Farbe, die Farbe der Hoffnung. Überall wie holde Wunder, blühen hervor die Blumen, und auch mein Herr will wieder blühen.
— Christian Johann Heinrich Heine
Im wunderschönen Monat Mai als alle Knospen sprangen da ist in meinem Herzen die Liebe aufgegangen.
— Christian Johann Heinrich Heine
Im Juni kühl und trocken gibt's was in die Milch zu brocken.
Ein Verliebter betrachtet eine Blume mit anderen Augen als ein Kamel.
Alles, was Natur an Gutem schenken kann, schenkt sie uns in Fülle. Und dazu die Begabung, all das zu genießen
Die See kann nicht mit einem Scheffel gemessen werden.
Wenn es beginnt zu tagen, die Erde dampft und blinkt, die Vögel lustig schlagen, dass dir dein Herz erklingt: Da mag vergehn, verwehen das trübe Erdenleid, da sollst du auferstehen in junger Herr …
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff