770 Sprüche — Seite 20
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Kotzt der Bauer über'n Trekker, war die Brotzeit nicht sehr lecker!
Tiburtius kommt mit Sang und Schall, bringt Kuckuck und die Nachtigall. (14. April)
Wenn die Gans das Wasser sieht, so zappelt ihr der Steiß.
Sagt das Schwein beim Schlachten: 'Au!' knurrt der Bauer: 'Dumme Sau!"
Die See kann nicht mit einem Scheffel gemessen werden.
Ist an Kathrein das Wetter matt, kommt im Frühjahr spät das grüne Blatt. (25. Nov.)
Fehlen Fliegen auf dem Klo, sind sie wohl grad anderswo.
Die Natur schafft die Begabung, und das Schicksal hebt sie heraus.
— François de la Rochefoucauld
Bevor die Sau ins Schlachthaus geht, versucht sie's rasch noch mit Diät!
Hat St. Peter das Wetter schön, kannst du Kohl und Erbsen sä'n. (25. April)
Der Mensch ist von Natur aus ehrgeizig und misstrauisch und weiß sich im Glück nicht zu mäßigen.
— Nicolaus Machiavelli
Freunde gibt's genug, aber sie sind wie die Sonnenuhr, die solange ihren Dienst versieht, wie die goldene Sonne zu scheinen pflegt. Sobald aber die Sonne untergeht, ist auch bei ihr alles aus.
— Abraham a Sancta Clara
Im Stein wird die Bewegung nicht früher geendet, bis er auf dem Boden liegt. Ebenso tun alle Geschöpfe: Sie suchen ihre natürliche Statt.
— Eckhart von Hochheim
Man kann nicht zweimal in den gleichen Fluß steigen. Es ist jedesmal ein anderer.
Wenn es beginnt zu tagen, die Erde dampft und blinkt, die Vögel lustig schlagen, dass dir dein Herz erklingt: Da mag vergehn, verwehen das trübe Erdenleid, da sollst du auferstehen in junger Herr …
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Mach dir nicht vor, du wolltest Irrtümer in der Natur verbessern. In der Natur ist kein Irrtum, sondern der Irrtum ist in dir.
— Leonardo da Vinci
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.
— Johann Wolfgang von Goethe
Auch ein dürrer Baum belebt die Landschaft.
Kinder sind nicht nur Gegenstand der Erziehung, es sind himmlische Wegweiser, Muster, Engelsbilder des unverdorbenen Menschentums und einer heiligen Natur in uns.
— Bogumil Goltz
Will der Bauer schneller pflügen, tät ein Porsche schon genügen.