770 Sprüche — Seite 34
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Wenn der Mensch keine anderen Fähigkeiten hätte, außer Rosen zu ziehen, so wäre er dennoch vollkommen!
— William Wilkie Collins
Wenn an Antonius die Luft ist klar, gibt's bestimmt ein trockenes Jahr. (17. Jan.)
Die Kraft der Natur steckt auch in dir.
Gibt's im Mai viel Regenwetter, wird auch das Getreide fetter.
Die Gewohnheit ist eine zweite Natur.
— Marcus Tullius Cicero
Es kann nicht immer so bleiben, hier unter dem wechselnden Mond, es blüht eine Zeit und verwelket, was mit uns die Erde bewohnt.
— August von Kotzebue
Das Huhn ist schlau und stellt sich dumm; beim Hahn, da ist es andersrum
Große Kälte am Antoniustag, manchmal nicht lange halten mag. (17. Jan.)
Nach St. Veit wendet sich die Zeit, alles geht auf die andere Seit'.
St. Valentin nimmt die Feiertag hin. (07. Jan.)
Am Neujahrstag Sonnenschein, läßt das Jahr uns fruchtbar sein.
Ein guter Hirt schert die Schafe, schindet sie aber nicht.
— Jean Baptiste Colbert
Schraubt der Knecht am Traktor hin und her, gibt es bald wohl keinen Bauern mehr
Markarius das Wetter prophezeit für die ganze Erntezeit. (04. Jan.)
Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Erntejahr. (06. Jan.)
Die Heiligen Drei Könige kommen oder gehen im Wasser. (06. Jan.)
An Amalie Sonnenschein, bringt viel Korn und Weizen ein. (10. Jan.)
Der geringe Schaden, welchen der Igel anrichtet, kann gegenüber dem von ihm gebrachten Nutzen kaum in Betracht kommen, zumal jener noch keineswegs genügend erwiesen ist.
— Alfred Edmund Brehm
St. Erhard mit der Hack', steckt die Feiertag' in den Sack. (08. Jan.)
Reinigt die Bäurin den Bauern die Pfeife, schmeckt der Tabak so komisch nach Seife!