770 Sprüche — Seite 4
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor.
— Hippokrates von Kós
Das Wasser nimmt nicht mehr Platz in einer Schale ein, als es bedarf. So gleicht es der Mäßigung.
— Konfuzius
Für Kritiker zu schreiben, lohnt sich nicht, wie es sich nicht lohnt, denjenigen Blumen riechen zu lassen, der einen Schnupfen hat.
— Anton Tschechow
Wenn zwei gute Freunde sind, die einander kennen, Sonn und Mond begegnen sich, ehe sie sich trennen.
— Clemens Brentano
Goldene Zügel machen ein Pferd nicht besser.
— Seneca
Wie der Fluss im Meer, so findet unsere Arbeit ihre Erfüllung in der Tiefe der Muße
— Rabindranath Tagore
Wir alle schreiten durch die Gasse, aber nur einige wenige blicken zu den Sternen auf.
— Oscar Wilde
Was der Sonnenschein für die Blumen ist, das sind lachende Gesichter für die Menschen.
— Joseph Addison
Einen Lehrer gibt es, wenn wir ihn verstehen – es ist die Natur
— Heinrich von Kleist
Donner ist gut und eindrucksvoll, aber die Arbeit leistet der Blitz.
— Mark Twain
Fast jeder hat Gefühl für die Natur, der eine mehr, der andere minder, aber nur wenig gibt es, die fühlen: Gott ist Geist.
— Vincent van Gogh
Geduld ist ein Baum, dessen Wurzel bitter, dessen Frucht aber sehr süss ist.
Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.' Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
Das Glück liegt an jedem Tag des Jahres auf deinem Weg. Bück dich, heb es auf und halte deine Nase tief in seine Blütenblätter!
Die Liebe ist der Versuch der Natur, den Verstand aus dem Weg zu räumen
Es wäre verlorene Mühe, wollte man den Mond aus dem Wasser fischen.
Deine Liebe ist in meinem Herzen wie ein Schilfrohr in den Armen des Windes.
Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe muss abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt.
— Dietrich Bonhoeffer
Kein Mensch kann volle tausend Tage glücklich sein, keine Blume vermag hundert Tage zu blühen.
Gewitter im Mai bringen Früchte herbei.