806 Sprüche — Seite 22
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Von allen Werken der Literatur Schönheit oder ein moralisches Ziel zu verlangen, wäre dasselbe, wie von jedem Staatsbürger makellosen Lebenswandel und Bildung zu verlangen.
— Alexander Puschkin
Danken heißt, sich vor Gott hinsetzen und sich freuen
Die Menge ist groß, aber der Menschen sind wenige.
— Diogenes von Apollonia
Der gute Jäger wartet, bis der Wolf zu ihm kommt
Die gelehrtesten Menschen sind oft die engstirngsten.
— William Hazlitt
Unmenschen gibt es, aber keine Untiere
— Karl Julius Weber
Träume verhauchen - und nackte, geschundene Menschen erwachen
— Emil Gött
Die meisten Menschen verpassen Gelegenheiten, weil die im Overall daherkommen und nach Arbeit aussehen.
— Thomas Alva Edison
Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten Gedanken.
— Joseph Joubert
Das vollkommene Glück ist unbekannt; für den Menschen ist es nicht geschaffen.
— Voltaire
In jedem Menschen steckt ein Wespennest
Menschen, die der Versuchung widerstehen, verschieben nur ihre Kapitulation auf morgen.
— Charles de Talleyrand
Wer den Menschen verachtet, ist kein großer Mensch.
— Marquis de Vauvenargues
Geld: der beste Köder um nach Menschen zu fischen.
— Thomas Fuller
Die Welt ist so voller Schwachköpfe und Narren, dass man nicht nötig hat, sie im Tollhause zu suchen.
— Johann Peter Eckermann
Wehe der Liebe, die an den Blicken der Menschen stirbt.
— Frank Wedekind
Was der Mensch sei, sagt ihm die Geschichte.
— Wilhelm Dilthey
Kunst ist das Mirkoskop, das der Künstler auf die Geheimnisse seiner Seele einstellt, um diese allen Menschen gemeinsamen Geheimnisse allen zu zeigen
— Leo Tolstoi
Das Huhn der Armen brütet wie das Huhn der Reichen
Wer sieben gute Bücher hat, braucht keine Menschen mehr.
— Karl Friedr. Hieronymus Freiherr v. Münchhausen