806 Sprüche — Seite 57
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Sehen's die Menschen nicht, so sieht es Gott.
Gott läßt sich seine Uhr von keinem Menschen stellen.
Wenn Gott ein Ding verdrießt, so verdrießt es auch bald die Menschen.
Vieh und Menschen muss man nicht zusammenrechnen.
Wenn die Menschen nicht danach sind, oben und unten, hilft die Verfassung nicht, und wäre sie vom Himmel gefallen.
— Adolph Kolping
Ob der Mensch seine Pläne zustande bringt, der Himmel fügt es.
Das Wasser gibt dem Ochsen Kraft, beim Menschen ist's der Rebensaft, drum danke Gott als guter Christ, dass Du kein Ochs geworden bist
Gott denkt in den Genies, träumt in den Dichtern und schläft in den übrigen Menschen
— Peter Altenberg
Wo etwas Dummes gesagt wird, da wird es hell in den Menschenherzen
— Voltaire
Wer einen Menschen tötet, tötet ein vernünftiges Wesen, Gottes Ebenbild; aber wer ein gutes Buch vernichtet, tötet die Vernunft selbst, tötet das Ebenbild Gottes, sozusagen als Abbild.
— John Milton
Die Menschen begehen den Fehler, dass sie ihren Hoffnungen keine Grenzen zu setzen wissen. Sie bauen auf sie, ohne sich nach den eigenen Kräften zu richten, und rennen so ins Verderben.
— Nicolaus Machiavelli
Alle großen Menschen sind bescheiden.
— Gotthold Ephraim Lessing
Das Wort des Menschen ist sein Wesen
Was des Menschen Herzenswunsch ist dazu läßt er sich gern befehligen.
— Joseph Victor von Scheffel
Wie sind wohl die Menschen zu dem Begriff der Freiheit gelangt? Es war ein großer Gedanke.
— Georg Christoph Lichtenberg
Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.
Der Müßiggang, nicht die Arbeit, ist der Fluch der Menschen
— Samuel Smiles
Für des Menschen wilde Brust ist keine Heimat möglich.
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Die glücklichsten und die allerunglücklichsten Menschen sind im gleichen Maße zur Härte geneigt.
— Charles-Louis de Montesquieu
Die Menschen begreifen gar nicht, wie ernst man sein muss, um heiter zu sein.
— Johann Wolfgang von Goethe