806 Sprüche — Seite 27
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
— Epikur
Vor dem Schießen kommt das Zielen.
Ärzte schütten Medikamente, von denen sie wenig wissen, zur Heilung von Krankheiten, von denen sie weniger wissen, in Menschen, von denen sie nichts wissen.
— Voltaire
Wer getragen wird, weiß nicht, wie weit die Stadt entfernt ist.
Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden
— Kurt Tucholsky
Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun.
Wenn des Richters Maulesel stirbt, geht jedermann zum Begräbnis. Wenn der Richter selber stirbt, geht niemand.
Gute Menschen reizen die Geduld, böse die Phantasie
— Oscar Wilde
Mögen der Frühtau auf den Wiesen und der erste Sonnenstrahl der Morgensonne einen glücklichen und freundlichen Menschen antreffen.
Wenn ich für meine Arbeit als Hausfrau bezahlt würde, könnte ich mir längst einen Hausmann leisten!
Menschen in Massen verlieren ihren Sinn für Anstand.
— John Galsworthy
Wer barfuss geht, dem kann man nichts in die Schuhe schieben.
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.
Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.
Sportler leben nicht länger, sie sterben nur gesünder.
Keiner von uns weiß, was er Menschen gibt. Es ist für uns verborgen und soll es bleiben. Manchmal dürfen wir ein wenig davon sehen, um nicht mutlos zu werden. Das Wirken der Kraft ist geheimn …
— Albert Schweitzer
Lieber mit dem Fahrrad zum Strand als mit dem Mercedes zur Arbeit.
So schlecht es ist, jemand zu seinem Unglücke, so unweise ist es, einen Menschen zu seinem Glücke zwingen zu wollen.
— Georg Ebers
Wenn du zu lange unter einem Baum hockst, machen dir die Vögel auf den Kopf.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebst du frei und ungeniert.